Tageslosung

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.
Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
Kirchenasyl in Bischofsheim ist beendet
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Die Freude ist groß: Mustafa hat nun eine eigene Wohnung in Dörnigheim bekommen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Runden Tisch Asyl in Maintal und der Kirchengemeinde war ja von Beginn an darauf angelegt, nachhaltig zu sein. Mittlerweile kann man sagen, dass sich das wohl erfüllt hat. Mustafa Abdi Ali ist nun ein geduldeter Flüchtling und nicht mehr von der Abschiebung akut bedroht. Die Kirchengemeinde finanziert seine Deutschkurse für Migranten, die er mit großem Fleiß besucht und seit kurzem hat er nun auch endlich eine kleine Wohnung in Dörnigheim. Darüber freuen wir uns sehr! Damit rückt sein ordentliches Asylverfahren näher und vielleicht gelingt es uns nun noch, ihm eine Arbeit zu vermitteln. Wenn im Sommer seine Sprachkurse abgeschlossen sind, wird das der nächste Schritt sein. Auch weiterhin freuen wir uns über Ihre Unterstützung! Sprechen Sie uns gerne an.

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Die "Dankeparty" war ein toller Abend, zu dem sich rund 40 Menschen eingefunden haben. Die Abschiebung ist vom Tisch und nun warten wir darauf, dass das Asylverfahren in Deutschland starten kann. Viele Menschen haben sich mit engagiert und dazu beigetragen, dass es Mustafa in der Zeit seines Kirchenasyls bei uns sehr gut ging. Immer wieder betont er, dass sich hier fühlt, als würde er mit seinen Eltern und Geschwistern zusammenleben.

Natürlich sind wir auch noch weiterhin am Schicksal von Mustafa interessiert: wir suchen auch einen Vermieter, der bereit ist, ein Zimmer oder eine kleine Wohnung (ca. 30m2) zu den Bedingungen des SGB II an Mustafa zu vermieten. Er hat jetzt auch mit einem geförderten Deutschkurs begonnen und wir werden ihn auch darin weiter unterstützen.

Sprechen Sie uns gerne an !

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Nachdem bereits am 11. September die Rückführungsfrist nach Italien abgelaufen ist, warten wir aber noch immer auf den offiziellen Bescheid vom Gericht, dass er sein Asylverfahren in Deutschland absolvieren kann. Zwischenzeitlich und vorbehaltlich dieser Gerichtsentscheidung hat Mustafa aber vom Main-Kinzig-Kreis eine Duldung für drei Monate erhalten. Somit kann er das Gemeindezentrum nun auch verlassen und Bischofsheim etwas besser kennenlernen. Er wird auch am Gemeindefest zum Erntedankfest teilnehmen und freut sich darauf, die Menschen zu besuchen, die ihn schon so so oft besucht haben und die er längst als Freunde bezeichnet.

Schon in den letzten zwei Wochen ist Mustafa immer mal wieder durch Bischofsheim gegangen. Dabei wurde er immer wieder von Bischofsheimer Bürgern angesprochen, die ihn kannten und sich nun Sorgen machten, dass er das Gelände des Gemeindezentrums verlassen hätte. Mustafa ist überwältigt von der Unterstützung, die ihm hier in Bischofsheim zuteil wird! Diesem Lob schließen wir uns gerne an !!

Ein Fernsehteam von ZDF.info hat einen Beitrag zum Kirchenasyl erstellt.

Einfach hier klicken, um ihn zu sehen.

Immer wieder sehen wir in den Nachrichten die Bilder von Flüchtlingen, die mit kaum seetüchtigen Booten versuchen, europäischen Boden zu erreichen. Sie sind auf der Flucht vor Unterdrückung und Gewalt, vor menschlichem Elend und Verbrechen.

Einige dieser Menschen kommen über Italien auch nach Maintal. Nach den gesetzlichen Bestimmungen muss Ihnen das Asylverfahren in dem Land gewährt werden, wo sie europäischen Boden betreten. Viele der Flüchtlinge berichten von einem Leben in der Obdachlosigkeit in Italien und den damit verbundenen Bedrohungen des Lebens. Und trotzdem droht ihnen hier in Deutschland die Abschiebung, die meist die erneute Gefahr der Obdachlosigkeit mit sich bringt. So wird verständlich, warum die Betroffenen massive Angst vor einer Abschiebung haben.


Als letztes Mittel, wenn andere rechtliche Schritte ausgereizt sind, gilt das Kirchenasyl. In einer Orientierungshilfe für Kirchengemeinden wird es beschrieben als „Akt der Nothilfe, ein unterstützender Menschenrechtsschutz im Dienste des Rechtes." Das im Grundgesetz verankerte Recht auf Schutz der Menschenwürde, der Freiheit und der körperlichen Unversehrtheit soll mit dieser Maßnahme durchgesetzt werden. Dabei geht es nicht darum, einen Flüchtling vor der Polizei zu verstecken. Im Gegenteil wird den zuständigen Behörden sofort gemeldet, wo sich der Betroffene nun aufhält. Die Polizei sieht jedoch von einem Zugriff in kirchlichen Räumen ab und wahrt damit eine Tradition des kirchlichen Schutzraumes.

Die Kirchengemeinde Bischofsheim gewährt derzeit einem akut abschiebegefährdeten Flüchtling aus Somalia Kirchenasyl. Ziel des Asyls ist es, dass er nach dem Ablauf der Abschiebefrist in Deutschland ein ordentliches und geregeltes Asylverfahren erhält. Das Kirchenasyl ist für Mustafa Abdi Ali ein echter Segen, wie er sagt. Die Menschen begegnen ihm freundlich und es gibt viele erfreuliche Beispiele dafür, wie unbürokratisch, einfach und wohltuend Menschlichkeit ist.

Da er das Grundstück nicht verlassen kann, gibt es Menschen, die ihn mit allem versorgen, was er benötigt. Im Kindergarten nebenan wird ohnehin täglich warmes Essen geliefert und die Verantwortlichen spendieren ihm eine Mahlzeit am Tag. Die Türen zu den Gruppen und Veranstaltungen stehen ihm meist offen. Auch religiöse Toleranz ist hier zu spüren. Mustafa ist Moslem und fastet derzeit, aber er hört auch gerne die Chöre singen. Dadurch, dass er gut Englisch sprechen kann, finden Gespräche auf dem Flur statt. Auf diese Weise lernt er auch schon mehr und mehr Deutsch. Von den Behörden gab es bisher keine Rückmeldung zum Kirchenasyl, aber Anfang September läuft die Abschiebefrist ab. Spätestens dann wird das Kirchenasyl beendet sein und Mustafa kann auf eine bessere Zukunft hoffen.

Der Arbeitskreis Asyl mit Francesca Pisano (im Bild 3.v.l) und Christine Mayer-Simon (im Bild rechts) an der Spitze kümmert sich sehr intensiv um die alltäglichen Bedürfnisse nicht nur von Mustafa, sondern auch von weiteren Flüchtlingen in Maintal. Katja Damaschke (4.v.l) ist die Ansprechpartnerin aus dem Kirchenvorstand. Für diese Arbeit hat die Stadt Maintal ein Spendenkonto eingerichtet und jede Unterstützung ist herzlich willkommen!

Stadt Maintal
Frankfurter Volksbank
Konto: 200593510
BLZ: 501 900 00
Verwendungszweck: Nr. 56065 / Spende Arbeitskreis Asyl

Auf Wunsch werden auch Spendenquittungen ausgestellt.